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Khaled Hosseini: Drachenläufer |
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Berlin Verlag, Berlin 2003
„Afghanistan 1975: ein Land im Schatten der Geschichte. In Kabul wächst der zwölfjährige Amir auf, der unbedingt einen Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen will, um seinem Vater seine Stärke zu beweisen. Dazu braucht er die Hilfe seines Freundes Hassan. Hassans Vater ist der Diener von Amirs Vater. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft, die allen Herausforderungen aus der Nachbarschaft standhält. Bis am Ende des erfolgreichen Wettkampfs diese Freundschaft von Amir auf schreckliche Weise verraten wird. Diese Tat verändert das Leben beider dramatisch, ihre Wege trennen sich, während das Land gleichzeitig seiner Zerstörung entgegengeht. Viele Jahre später kehrt der erwachsene Amir aus dem Ausland in seine Heimatstadt Kabul zurück, um seine Schuld zu tilgen.“
(Quelle: Klappentext)
Mein Fazit
Auch ich habe mich in den Kreis der begeisterten „Fans“ dieses Buches eingereiht. Die darin geschilderten Geschichten aus einem fernen Land, das durch den aktuellen Konflikt immer präsent ist, sind mir sehr nahe gegangen. Das gilt besonders für die enge Freundschaft zwischen Amir und Hassan und deren Ende, aber auch für die dramatischen Veränderungen in diesem Land durch die Taliban.
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Ursula Naumann: Euphrat Queen: eine Expedition ins Paradies |
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„Es ist ein Unternehmen von staunenswürdiger Exzentrik. Zwei eiserne Dampfschiffe, Euphrates und Tigris, werden in England gebaut, auseinander genommen, verschifft, auf dem Landweg zum Oberlauf des Euphrat gebracht und dort wieder zusammengesetzt - was alles leichter gesagt als getan ist. Allein zum Transport des schwersten Dampfkessels braucht man 104 Ochsen und 52 Treiber.
Endlich, am 16. März 1836, beginnt die Reise zu Schiff. Mit an Bord befinden sich zwei deutsche Passagiere, ein junger Arzt und seine in Männerkleidern mit ihm reisende Frau Pauline. Misstrauisch beäugt von der Bevölkerung kämpfen sich die beiden Dampfer lange Wochen flussabwärts. Die Pannen häufen sich, die Spannungen an Bord wachsen, die Männer träumen von Pauline, und Chesney wird immer frustrierter und deprimierter, zermürbt von Malariaanfällen, bis die Katastrophe eintritt: Ein Sturm versenkt die Tigris - mit sämtlichen Ersatzteilen und dem meisten Gepäck. Sie kann nicht geborgen werden.
Im Mittelpunkt dieser wahren Reisegeschichte stehen zwei Figuren: der Expeditionsleiter Chesney, eine Figur wie aus einem Film von Werner Herzog, besessen, verrückt, cholerisch, romantisch und manchmal von kindlicher Reinheit, und die schöne, gescheite und couragierte Pauline, die sich unterwegs lebhaft für die Lage ihrer orientalischen Geschlechtsgenossinnen interessiert und sich dabei ihrer eigenen Stellung bewusst wird. Mit den Männerkleidern gewinnt sie eine Unabhängigkeit, die sie auch dann bewahrt, als die Konvention sie in Form eines steifen Fischbeinkorsetts wieder einfängt.“
(Quelle: Klappentext)
Mein Fazit
Bei „Euphrat Queen“ handelt es sich um eine fesselnde Reiseerzählung, die allerdings auf wahren Begebenheiten beruht und gerade deshalb besondere Neugierde weckt. Die beiden Hauptcharaktere, Chesney und seine Frau Pauline, werden von der Autorin vortrefflich gezeichnet und faszinieren durch ihre - für die damalige Zeit - unkonventionelle Betrachtung der Dinge. Eine spannende Lektüre, die ich empfehle – gerade auch vor dem Hintergrund aktueller politischer Ereignisse in der Region.
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Joachim Fest: „Ich nicht“. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend |
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Rowohlt Verlag, Reinbek 2006
Dieses Buch vermittelt dem Leser ein umfassendes Bild von der Person Joachim Fests und dem Leben in Berlin, von dem Alltag während des Nationalsozialismus, vom Irrsinn des Krieges und dessen Ende. Beeindruckt bin ich von der Haltung von Joachim Fests Vater gegenüber den Nationalsozialisten. Ein klarer Beweis dafür, dass es nicht nur Mitläufer gab. „Mit dieser Autobiografie seiner Kindheit und Jugend gewährt Joachim Fest erstmals umfassenden Einblick in sein unmittelbares Erleben der dunklen Jahre. Ob er das katholische Elternhaus im Berliner Vorort Karlshorst schildert, das frühe Berufsverbot des Vaters, den eigenen Schulverweis - ob "Tante Dollys" Einführungen in die Opernwelt Berlins oder die Lebensklugheiten des großen Bruders, die Lektüre während des Wehrdienstes oder den siebentägigen Fluchtversuch aus amerikanischer Gefangenschaft in einer Holzkiste: es sind die Angaben zur eigenen Person eines geborenen Beobachters.“ (Klappentext)
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Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier |
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Carl Hanser Verlag, München 2004
Dieses Buch ist die faszinierende Beschreibung eines kompletten Neuanfangs: Der Protagonist Raimund Gregorius schließt mit Vergangenem ab und beginnt ein neues Leben. Diese Entwicklung kann man wunderbar anhand seiner spannenden Entdeckungsreise miterleben. Ein nachdenkliches Buch, das zugleich zum Träumen verführt.
Und darum geht es: „Mitten im Unterricht steht der Berner Lateinlehrer Raimund Gregorius auf und geht. Aufgeschreckt vom plötzlichen Gefühl der verrinnenden Zeit, lässt er sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck hat er das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, das ihm vom Zufall in die Hände gespielt wurde. Es unternimmt den Versuch, die vielen Erfahrungen eines menschlichen Lebens in Worte zu fassen: Erfahrungen von Einsamkeit, Endlichkeit und Tod, von Freundschaft, Liebe und Loyalität. Was er liest, lässt Raimund Gregorius nicht mehr los, und deshalb unternimmt er den rastlosen Versuch zu verstehen, wie es war, Amadeu de Prado zu sein.
Im Laufe seiner Nachforschungen, die ihn kreuz und quer durch Lissabon führen, spricht er mit den Menschen, die in dessen Leben verflochten waren, und Schritt für Schritt entsteht dabei das Bild eines ungewöhnlichen Arztes und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hatte. Doch was heißt das: einen anderen Menschen zu kennen, ein anderes Leben zu verstehen? Was bedeutet es für das Erkennen seiner selbst? Und ist es überhaupt möglich, aus dem gewohnten Leben auszubrechen? Dieser Roman ist ein vielstimmiges Epos von einer Reise nicht nur durch Europa, sondern auch durch unser Denken und Fühlen. Ein Buch, dessen sinnliche Dichte genauso beeindruckt wie seine gedankliche Tiefe.„
Quelle: http://www.zeit.de |
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