| 14. Oktober 2006 | Streiten erwünscht! - Workshops zu EU-Themen |
|
von Sandra Schumann, Neues Gymnasium Nürnberg Über dem dritten Tag unserer Sommerakademie schwebte nun drohend das Wort Arbeit – zumindest erinnerte uns der Programmpunkt „Arbeitsgruppen zu verschiedenen EU-Themen“ doch stark an Schulzeiten. Da wir natürlich auch diese Aufgabe voller Elan angehen wollten, mussten wir unsere durch das frühe Aufstehen stark in Mitleidenschaft gezogenen grauen Zellen erst mal mit einer ordentlichen Ladung Kaffee in Schwung bringen. Bei der anschließenden Wahl zwischen den beiden Themen „EU-Erweiterung – insbesondere Türkei-Beitritt“ und „Soziales Europa?“ fiel mir die Entscheidung auch dank der kleinen, aber überzeugenden Bemerkung, dass letztere draußen im heiß geliebten Garten der Galerie „Röver“ stattfinde, nicht schwer. Unter leider nicht ganz so wolkenlosem Himmel beschäftigten wir uns mit einzelnen Stellungnahmen von Mitgliedern der Bundestagsparteien sowie der Attac zu einer gemeinsamen EU-Sozialpolitik und Vorschlägen zu deren Umsetzung. Im Anschluss folgte unsere „Bettina Christiansen“-Debatte, bei der ganz ohne „Kuschelpädagogik“, wie von der anderen Gruppe unterstellt, jeder die Meinungen aus dem eigenen Text vorstellte und vertrat. So fand man sich auf einmal in der Rolle eines Konzernchefs und Mitglieds der FDP oder als Dozentin in Moskau für marxistische Lehren wieder. Zwischen viel Gelächter gelang es uns so schnell, die Schwachpunkte der unterschiedlichen Einstellungen zu finden, welche häufig in der Finanzierung der jeweiligen Projekte liegen oder auch im reinen Vertrauen auf die Kraft einer momentan leider „schwächelnden“ Wirtschaft begründet waren. Fast jeder wurde in seiner bisherigen politischen Einstellungen bestätigt. Es war jedoch auch jedem klar, dass es noch einiger Verbesserungsvorschläge und viel Zeit bedarf, bis es eine gemeinsame europäische Sozialpolitik geben wird, bei der keine Nachteile für bestimmte Bevölkerungsgruppen und Länder entstehen. Als Abschluss tauschten die zwei Gruppen ihre Diskussionsergebnisse aus. Somit wurde auch unser Wissen zum Thema „Türkei-Beitritt“ erweitert. Klar wurde, dass das Thema so viele Facetten beinhaltet, dass man sich nur schwer auf eine klare Pro- oder Contra-Position festlegen kann: angefangen bei religiösen Aspekten, über Menschenrechtsfragen, geographischen Betrachtungen bis hin zur wirtschaftlichen und finanziellen Seite, wo es um EU-Subventionen, Kaufkraft, Arbeitsplätze und vieles mehr geht. Alles in allem werden wir die Entwicklungen auf diesen Gebieten bestimmt interessiert verfolgen und uns nicht davon abhalten lassen, uns unsere eigene Meinung zu bilden. |





