Günter Gloser MdB - Staatsminister für Europa

Sommerakademie 2006
Pressebericht: Was hält die europäischen Länder eigentlich zusammen?
„Europa macht Schule“: 21 Jugendliche besuchten in den Ferien ein Politik-Seminar — Eine eigene Meinung bilden

Ferien: Das heißt faulenzen, verreisen. .. Und vor allem: sechs Wochen ohne Schulbücher und Hausaufgaben. Oder? 21 Schülerinnen und Schüler nutzten die Ferien, um sich in einem Politik-Seminar eigene Gedanken über Europa zu machen — und ganz nebenbei etwas über die Arbeit von Politikern zu lernen. Teresa Harrer, 16 Jahre, geht in die 10. Klasse am Scharrer- Gymnasium und hat ihre Eindrücke aus dem Workshop festgehalten.

„Mitglied des Deutschen Bundestages, Staatsminister für Europa“ – beeindruckend und fast ein wenig einschüchternd wirken diese Titel auf dem Briefkopf. Der Nürnberger Politiker Günter Gloser (SPD) hatte mich und 20 andere Jugendliche zu einer Sommer-Akademie unter dem Motto „Europa macht Schule“ eingeladen. In der Schule hatte uns unser Sozialkundelehrer von dem Seminar erzählt, andere hatten von ihren Berufsschullehrern von dem Angebot erfahren.

Politik in den Ferien? So mancher von uns hatte Bedenken, dass sich der Workshop als langweilige Werbeveranstaltung für die SPD entpuppen könnte. Jedoch: weit gefehlt! Vier Tage lernten wir, 21 Schüler und Schülerinnen verschiedener Realschulen, Gymnasien, Berufsschulen und Berufsoberschulen aus dem Großraum Nürnberg, jede Menge über die Europäische Union, zum Beispiel über ihre Organe und deren Aufgaben.

Den Staatsminister durften wir dabei stundenlang mit Fragen löchern: Was ist sein Job in der EU? Wie geht es eigentlich bei einer Sitzung zu, wenn alle Politiker aus einem anderen Land kommen und eine andere Sprache sprechen? Kennt er Angela Merkel persönlich?

Wir durften den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) kennenlernen. Geduldig hat er unsere Fragen zu seiner Arbeit im Ausschuss der Regionen, einem Beratungsorgan der Europäischen Union, beantwortet. Da hat er als Nürnberger Bürgermeister auch was mit europäischer Politik zu tun — und wir waren mit kritischen Fragen an der richtigen Adresse. Wir wollten zum Beispiel wissen, ob in der EU nicht auch viele Gelder für Unfug verschwendet werden — wie beim Neubau der ICE-Strecke Nürnberg-München. Der OB meinte, dass die EU dafür sorgen muss, dass alle Regionen in Europa zusammenwachsen. Deshalb sei die schnellere
ICE-Strecke durch Bayern ein wichtiger Baustein.

Am zweiten Tag besuchten wir die Politikredaktion der Nürnberger Nachrichten. Hier saßen wir mit in einer Redaktionssitzung und erfuhren, wie die politischen Nachrichten einer Tageszeitung ausgewählt werden.

In Arbeitsgruppen überlegten wir uns, wie ein soziales Europa aussehen könnte und ob die Türkei in die EU aufgenommen werden soll. Die Ergebnisse unserer Diskussion wurden später mit Acrylfarbe auf Leinwand festgehalten. Ich finde es zum Beispiel wichtig, dass die Bildungssysteme in Europa besser vernetzt werden und dass es leichter wird, in verschiedenen Ländern zu studieren und zu arbeiten. Am Ende der vier Tage wussten wir viel mehr über die Europäische Union — und wir hatten einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen von Politik und Wirtschaft geworfen. Alle Teilnehmer hatten viel Spaß, obwohl wir eine sehr gemischte Gruppe waren — und die Theorie manchmal anstrengend war. Eine Wiederholung von „Europa macht Schule“ wäre toll.

TERESA HARRER

(Erschienen in den Nürnberger Nachrichten am 6. September 2006)

 

 

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