Günter Gloser MdB - Staatsminister für Europa

Politik? Ja bitte!

Zur Motivation meines politischen Engagements

Der Auslöser für mein politisches Engagement in den sechziger Jahren war Willy Brandts Friedenspolitik. Damals stand Deutschland vor wichtigen innenpolitischen Reformen. Ich wollte nicht nur zuschauen und kritisieren, sondern selber mitgestalten, die Dinge verändern. Denn ich glaube daran, dass die Politik Veränderungen bewirken kann, wenn auch oft nur in vielen kleinen Schritten. Deshalb trat ich 1969 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei.

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rechts: Josep Borrell, ehem. Präsident des Europäischen Parlaments

Zunächst stand praktische Arbeit in einer Obdachlosensiedlung im Nürnberger Süden und meine Mitarbeit im SPD-Ortsverein an. 1978 wurde ich für fünf Jahre in den mittelfränkischen Bezirkstag gewählt. Danach drehte sich erst einmal alles um meine Tätigkeit bei der Bundesanstalt für Arbeit: 1984 erfolgte die Versetzung nach Paderborn - eine ungemein spannende sozialdemokratische Diaspora! Drei Jahre später zog es mich wieder zurück in meine fränkische Heimat nach Nürnberg.

Weitere Stationen meines politischen Engagements waren die erneute Wahl in den mittelfränkischen Bezirkstag (1990) sowie die Wahl zum 1. Vorsitzenden der SPD Mittelfranken, der Einzug in den Deutschen Bundestag (1994) und die Wahl zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Nürnberg (1997).

Für Europa

Warum gerade Europapolitik? Eigentlich wollte ich als frisch gewähltes Mitglied des Bundestages gerne in den Ausschuss für Arbeit und Soziales, aber dort war die Quote für SPD-Abgeordnete bereits erfüllt. So lockte mich die "rote" Heidemarie Wieczorek-Zeul in den gerade neu gegründeten Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Und von Tag zu Tag wuchs mein Interesse an der Europapolitik. Im März 2000 wurde ich europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Von 2005 bis 2009 war ich Staatsminister für Europa. Seit der Bundestagswahl 2009 bin ich Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages u.a. mit den Zuständigkeiten "Beziehungen zur Arabischen Welt", "Frankreich", "Mittelmeerraum" und "Europäische Außenpolitik". Außerdem bleibe ich als stellvertretendes Mitglied im Europaausschuss.

Für den Nahen und Mittleren Osten

Als Mitglied des Europa-Ausschusses war ich Berichterstatter für die Mittelmeerpolitik der EU. So entstanden Kontakte in die Länder des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas und damit erhielt ich Einblick in eine neue und faszinierende Welt, für die ich mich nach wie vor begeistere. Durch meine Arbeit im Gesprächskreis Naher und Mittlerer Osten der SPD-Bundestagsfraktion und als langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Maghrebinischen Parlamentariergruppe intensivierte ich meine Kontakte in die arabische Welt. Auch als Staatsminister für Europa und seit Oktober 2009 als Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, bin ich der Region immer verbunden geblieben, da die europäische Mittelmeerpolitik in beiden Funktionen in meinen Zuständigkeitsbereich fiel und fällt. Zusätzlich werde ich als Vorsitzender des Gesprächskreises Nahost der SPD-Bundestagsfraktion in Zukunft mein Engagement im Nahen und Mittleren Osten, sowie in den angrenzenden Staaten in Nord- und Nordwestafrika noch weiter verstärken.

Nur Politik im Kopf? - Nein!

Bisweilen mag ich vielleicht den Eindruck vermitteln, ich sei mit der SPD verheiratet. Doch privat habe ich mich tatsächlich anders entschieden: Seit 1983 bin ich mit Katharina Walter-Gloser verheiratet, und wir haben zwei Söhne, Tobias und Sebastian.

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Meine vielen Interessen kommen angesichts eines übervollen Terminkalenders mittlerweile zu kurz. Ich begeistere mich vor allem für zeitgenössische Literatur und liebe klassische Musik sowie Rock und Jazz. Das Spektrum reicht von Bach über Cecilia Bartoli bis hin zur Oyster Band, von Cajun Musik zu Jan Gabarek. Wenn es Frühling wird, quäle ich mich gerne auf dem Rennrad oder joggend über die mittelfränkischen Berge. Leider viel zu selten verirre ich mich auch in die Küche und produziere das eine oder andere "Backwerk": Heidjer-Torte, Schwarzwälder Kirschtorte und alle möglichen Hefekuchen - aber bitte mit Sahne!

 

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