Günter Gloser MdB - Staatsminister für Europa

Parlament
25. Oktober 2008
"Glückwunsch" zu den neuen Freunden!
StM Gloser: „Der soziale Seehofer ist wohl begraben.“

Zu den jüngsten Äußerungen des designierten CSU-Chefs Seehofer zur „härteren Gangart“ der CSU in Berlin und der unsozialen Haltung des bayrischen Wirtschafts-vertreters Rodenstock erklärt der Staatsminister für Europa, Günter Gloser, MdB: 

„Wir beobachten derzeit einen der schnellsten Gesinnungswandel der jüngeren Zeitgeschichte. Noch vor wenigen Wochen lächelte Horst Seehofer von Berlin aus milde über die hilflose Kraftmeierei der CSU-Spitze in München. Nun sitzt er – noch immer als Mitglied der Bundesregierung – selber dort und passt sich nahtlos ein. Eine „härtere Gangart“ will er. Und „klarmachen, dass die Koalition in Berlin aus drei Parteien besteht“. Da muss sich doch die CDU fragen lassen, ob sie die Vereinbarung über die Fraktionsgemeinschaft mit der CSU nicht neu verhandeln sollte. Die Gefahr für die CSU ist nämlich zunehmend, dass sie sich zum fünften Rad am Wagen entwickelt. Sie blockiert zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer eine wichtige Entscheidung, die mit der CDU allein längst ausge-handelt wäre. Seehofer will damit 800 Millionen Euro an die Reichsten im Freistaat verschenken. Dieses Geld wird bei Bildung und Investitionen in Bayern fehlen!

Wirklich gratulieren muss man Seehofer zu seinen neuen Freunden: Wirtschaftspräsident Rodenstock hat ihn gelobt, er habe das „inkompetente Daherreden über Armut“ und „das opportunistische Gerede von sozialer Gerechtigkeit“ hinter sich gelassen. Bravo! Der „soziale“ Seehofer ist damit wohl begraben. Mich würde interessieren, was die „kleinen Leute“ dazu sagen, die Seehofer immer als seine „Lebensversicherung“ ansieht. Wenn die CSU unter Seehofer so weitermacht, dann werden sich diese kleinen Leute bald warm anziehen müssen.“

 

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