Günter Gloser MdB - Staatsminister für Europa

Buchtipps
09. April 2009
Gabor Steingart "Die Machtfrage. Ansichten eines Nichtwählers" (Verlag Piper)
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Jetzt scheinen sie wieder Konjunktur zu verspüren, die Kritiker von Parteien. Schlägt man den letzten Cicero auf, wundere ich mich zum einen über Frau Pauli (Freie Wähler), mehr noch über das Nicht-Nachfragen des Interviewers. So wäre es doch interessant nachzufragen, was ist eigentlich eine ProBürgerInitiative,wie sich die Freien Wähler gerieren. Ich bin auch "pro Bürger". Nur manchmal kann ich es nicht allen Bürgern recht machen.

Von Olaf Henkel ganz zu schweigen. Wer sich dazu versteigt, die Beteiligung des Bundes an der Commerzbank als einen Weg zur "DDR light" zu bezeichnen, dem ist nicht zu helfen. Auch seine pauschale Kritik an Parteien geht fehl. Von Alternativen ist nichts zu vernehmen. Oder ist Olaf Henkel die ALTERNATIVE.

Gabor Steingart geht differenzierter vor. Und mancher Analyse muß ich beipflichten, wenn es um die innere Verfaßtheit der Parteien geht. Seiner Schlußfolgerung " der Wahltag bietet eine Gelegenheit,mit der demokratischen Erneuerung des Landes zu beginnen. Die Bürger haben de Chance,ihre eigene Unabhängigkeitserklärung abzugeben. Die Nichtteilnahme wird zur Teilnahme, Unmut zu Mut, Stillstand schafft Bewegung, das Schweigen wird plötzlich laut" kann ich,zugegeben als Betroffener, nicht folgen. Wenn er denn von den 70igern,von der Zeit mit Willy Brandt schwärmt, dann müßte er doch andere Schlüsse ziehen. Meines Erachtens übrigens auch die Medien. Als kritischer Beobachter könnte ich mehr als ein Lied singen. Nervig,weil nachplappernd, auch das "Europa der Bürokraten". Natürlich gibt es diese. Aber es gibt auch das Bayern, Hamburg etc, das Deutschland der Bürokraten. Völlig verschweigt er die mehrfachen Anläufe zu Volksbefragungen. Auch seine Betrachtungen zu "Listenabgeordneten" gehen fehl.

Trotzdem: Auch wenn ich vielen Aussagen nicht zustimmen kann, gibt das Buch einige Denkanstöße. Vielleicht wäre manche Aussage etwas differenzierter ausgefallen, wenn diese nicht nur aus der Hauptstadtperspektive (Berlin,Washington) geschrieben worden wäre.

 

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