Buchtipps
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| 15. Februar 2011 | E. L. Doctorow „Homer & Langley“ |
![]() „Wenn Sammelwut zur Krankheit wird“, überschrieb DIE WELT einen Artikel, in dem dieses Buch vorgestellt wurde. Und weil ich auch sehr gerne sammle, u.a. Zeitungsartikel, Jahresrückblicke etc., und mein Büro gelegentlich einen Papierberg beherbergt, wurde ich natürlich neugierig auf E. L. Doctorow’s aktuelles Buch, obwohl ich ursprünglich eigentlich sein letztes Buch „Der Marsch“ lesen wollte. Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Doctorow von den Collyer-Brüdern, zwei Ende des 19. Jahrhunderts geborenen Söhnen einer reichen Familie, die wahrhaft der Sammelleidenschaft verfallen sind: Sie stopfen ihr Haus in New York voll mit den unterschiedlichsten Objekten, von Altpapier bis zu einem kompletten Ford Modell T! Doctorow erzählt die Geschichte aus der Perspektive des früh erblindeten Homer, der mit seinem Bruder Langley zusammenlebt, der körperlich und seelisch verwundet aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt ist. Dabei dokumentiert der Autor so nebenbei, anhand der angesammelten Objekte, die Geschichte fast eines ganzen Jahrhunderts, von der Erfindung des Autos bis zu bedeutenden Ereignissen der Weltgeschichte. Wunderbar finde ich die vielen Beschreibungen der Begegnungen in dem Einsiedlerhaus, des Entstehens der Sammelleidenschaft und vor allem Langley’s großem Ziel, eine immerwährende aktuelle Zeitung herzustellen, um sie zur einzigen Zeitung zu machen, die man je brauchen würde. Was würde ich denn dann mit all meinen Zeitungen machen?! E. L. Doctorow, "Homer & Langley", Verlag: Kiepenheuer & Witsch |
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